SCM – der Club

Der Segelclub Mattsee besteht seit 1950 und hat derzeit ca. 250 ordentliche Mitglieder. Seit jeher wird beim SCM großen Wert auf sportliches Segeln gelegt. Die Liste der Erfolge der SCM Mitglieder, wie einem Weltmeistertitel im Hochseesegeln, einem Europameister in einer olympischen Klasse, ca. 30 Staatsmeistertiteln in verschiedenen Klassen und zahlreichen Erfolgen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen, können sich durchaus sehen lassen. Derzeit ist der SCM auch mit einem Segler bei der Segel-Weltcup Tour vertreten.
Auch als Regattaorganisator und Gastgeber hat sich der SCM in vielen Jahren einen guten Namen gemacht und viele Freunde gewonnen. Durch den, vor kurzem abgeschlossenen Neubau der Steganlagen und des Bootskranes, ist auch die Infrastruktur in einem Zustand, der die Abhaltung auch von größeren Segelveranstaltungen ermöglicht. Die unmittelbare Lage des Clubhauses am Wasser gewährleistet auch für Zuschauer bei Regatten eine gute Übersicht über das Geschehen am Wasser.

Geschichte des SCM

Es war in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg als sich eine Gruppe von Idealisten ans Werk machte, Ihren Jugendtraum vom Segeln zu verwirklichen. Viele dieser Männer und Frauen der ersten Stunde sind als Bub oder Mädel von den Sommergästen, den Herrschaften, eingeladen worden mitzusegeln oder bei der Bootspflege zu helfen und haben so Ihre Liebe zum Segelsport entdeckt. Der damalige Bootsbauer Hermann Steiner sen. stellte seine „Lateiner“ (Ruderboot mit Schwert und Segel) für die ersten Lateinerregatten zur Verfügung.

1949 wurde der erste Wanderpreis gestiftet und von 23 Teilnehmern ausgesegelt. Die Begeisterung war groß, der Erfolg verpflichtete. Ein Proponentenkomitee bestehend aus den Herren Thomas Hofbauer, Karl Habenberger, Matthias Gschaider, Josef Fuchs, Hermann Eder, Demter Szekulics und Karl Steiner fand sich zusammen, erarbeitete Statuten und legte diese zur Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft und der amerikanischen Militärregierung vor.

Am 31. Dezember kommen die Statuten gebilligt zurück und am 14. Jänner 1950 findet im Gasthof zur Post die Gründungsfeier statt und Karl Habenberger wird zum ersten Obmann gewählt. Die Clubflagge wurde enthüllt, der Segelclub Mattsee ist gegründet.

Voller Elan geht es in das erste offizielle Clubjahr. Ein nächtliches Maskenfest auf dem Eis und der erste Piratenball füllt die Winterpause aus. Als erste Clubanlage wird der Steg vor den Musikpavillon errichtet und am 9. Juli mit einer Bootstaufe eingeweiht. Der Bootspark besteht aus folgenden Yachten: J 147 „Trix“ (Dr. Franz Binder), J 451 „Pinguin“ (Ferdinand Haselberger), J 288 „Sindbad“ (Gottfried Schöchl), sowie den 15m2 Rennjollen „Ingrid“ und „Seeteufel“ (Hermann und Karl Steiner) und „Falkenstein“ (Franz Anzinger).

Im Jahr 1951, am 22. Juli veranstaltet der Club sein erstes Seefest, das bei herrlichem Wetter mit über 5000 Besuchern ein voller Erfolg wird. 1952 erfolgt die Aufnahme in den Österreichischen Segelverband und damit war die Möglichkeit geschaffen, dass unsere Mitglieder auch an auswärtigen Revieren Regatten segeln konnten, bzw. der SCM in der Lage war auch Regatten für Mitglieder anderer Clubs zu veranstalten. Voraussetzungen die bis zum heutigen Tag intensiv genützt werden.

In den nächsten Jahren wächst der Club beständig weiter und im Jahre 1955 entstehen die Pläne für ein eigenes Clubhaus. Die Marktgemeinde Mattsee stellt den Grund zur Verfügung und mit geringem finanziellen Aufwand aber einem hohen persönlichen Einsatz der Clubmitglieder wird dieses Vorhaben an der Stelle an der das jetzige Clubhaus steht, in den Jahren 1956 und 1957 errichtet. Gleichzeitig wird ein neuer Landungssteg unmittelbar vor dem Clubhaus errichtet. Als gesellschaftlicher Höhepunkt wird von den SCM Mitgliedern aus Mattighofen in der Festhalle ein glanzvoller Seglerball veranstaltet.

1958 wird der Segelclub Mattsee erstmals mit der Durchführung der Österreichischen Staatsmeisterschaft in der 10 m2 Rennklasse betraut. Bei dieser ersten großen Meisterschaft in der Clubgeschichte errangen die Brüder Gottfried und Hans Schöchl für den SCM den Vizestaatsmeistertitel. In einer außerordentlichen Vollversammlung des Clubs am 17. August 1958 wird Hofrat Dr. Gustav Reuter, der damals mit 80 Jahren noch immer ein sehr aktiver Lateinersegler war, zum ersten Präsidenten des Clubs gewählt.

1958 und 1959 wird der Clubsteg mit den beiden Y-Armen fertiggestellt und der 1950 errichtete alte Steg an die Gemeinde übergeben.

Zu Beginn des Jahres 1960 bringen Matthias Gschaider den ersten „Korsar“ und Hans Furthner den ersten „Flying Dutchman“ in den Club. Durch diese neuen Bootsklassen wird die Errichtung einer Bootshalle als Winter- sowie eine Liegewiese als Sommerlager notwendig. Nach Verhandlungen mit dem Collegiatstift Mattsee wird der ehemalige Müllablagerungsplatz nahe der Weyerbucht gepachtet. 1961 rechtzeitig zur Staatsmeisterschaft der 10m2 Rennklassse wird das Bootshaus, während die erste Wettfahrt im Gange ist, fertiggestellt . Leider wird dieses Jahr von einem sehr traurigen Ereignis überschattet, am Pfingstsonntag 1961 stirbt im Alter von 37 Jahren das Gründungsmitglied und langjährige Schriftführer Matthis Gschaider.

In den folgenden Jahren entwickelt sich der Club kontinuierlich weiter und 1967 übernimmt Ferdinand Haselberger die Obmannstelle von Karl Habenberger der in weiterer Folge zum Präsidenten des SCM gewählt wird. 1969 wird mit dem Bau einer größeren Slipanlage die Errichtung der Hafenanlagen abgeschlossen. Durch die überaus positive Entwicklung der Mitgliederzahlen wird über den Neubau eines neuen und zeitgemäßen Clubhauses nachgedacht und 1972 mit dem Bau der Uferschutzmauer vor dem alten Clubhaus ein erster Schritt gesetzt. Mit der Planung in den Jahren 1973/74 begann ein nervenaufreibender Kampf mit der Naturschutzbehörde des Landes über die Gestaltung bzw. Aussehen und Größe des neuen Hauses. Bei allem Verständnis für die sensible Lage des Bauvorhabens musste von Seiten des Clubs darauf geachtet werden ein der Mitgliederzahl und dem Clubbetrieb entsprechendes, funktionales Heim zu errichten. Die Auseinandersetzung mit dem für dieses Projekt zuständigen Beamten wurden immer unsachlicher und führten schließlich im Jahr 1974 zum Rücktritt des Obmannes Ferdinand Haselberger. Seinem Nachfolger, Walter Stepan, gelang schließlich der entscheidende Durchbruch. Nach vielen Interventionen und einer Krisensitzung beim damaligen für den Naturschutz zuständigen Landesrat Hans Katschthaler beauftragt dieser den bekannten Architekten Gerhard Garstenauer die von ihm entwickelte Idee eines Dachhauses zu konkretisieren. Auf der Basis der von ihm vorgelegten Ansichtsskizzen entwickelte Clubmitglied Dipl.Ing. Jörg Reiss die Einreichpläne für das neue Clubhaus die schließlich 1975 genehmigt wurden. Im gleichen Jahr wurde in einer außerordentlichen Vollversammlung den Mitgliedern die Planung und Finanzierung vorgestellt und der Baubeschluss gefasst. Es folgten drei Jahre harter Arbeit in der die Mitglieder in einem gemeinsamen Kraftakt unzählige freiwillige Arbeitsstunden leisteten  und auch finanziell einen nicht unerheblichen Beitrag beisteuerten. Groß war die Freude über das gemeinsam Erreichte als 1978 im Beisein von zahlreichen Ehrengästen die feierliche Eröffnung des neuen Clubhauses erfolgte. Im Jahr 1979 übernahm Dieter  Zerhau die Obmannstelle des Segelclub Mattsee und im gleichen Jahr wurde ein weiteres großes Vorhaben realisiert, der Bau des Kranes in der Weyerbucht ermöglichte den Mitgliedern Boote bis zu einem Gesamtgewicht von 2 Tonnen zu kranen. Dies trug entscheidend zur Einführung von Kielbootsklassen wie der Sunbeam 22 bei. Im Jahr 1984 wurde die Steganlage vor dem Clubhaus erweitert und ausgebaut. 1988 übernahm Guido Elhaf die Führung des Clubs und 1989/90 wird die Uferverbauung vor der Krananlage verstärkt und die Slipanlage erneuert. 1992 verstirbt der langjährige Obmann Dieter Zerhau viel zu Früh im Alter von 51 Jahren. Seither wird in Gedenken an ihn jährlich die Dieter Zerhau Gedächtnisregatta durchgeführt. Im Jahr 2000 muß Guido Elhaf, leider krankheitsbedingt, das Amt des Obmannes zurücklegen. Als sein Nachfolger wird Walter Stepan gewählt.

Zum 50 jährigen Jubiläum wurde der SCM vom Österreichischen Segelverband mit der Durchführung und Ausrichtung von insgesamt sechs Österr. Staatsmeiter- und Klassenmeisterschaften betraut. Ein Jubiläumsabend im Clubhaus für die Mitglieder und Freunde rundete dieses besondere Jahr ab.

Im Jahr 2003 erfolgte die Asphaltierung des Hafengländes und 2004 begann mit einem glanzvollen Seglerball der gemeinsamen mit dem Union Yachtclub Mattsee in allen Räumen des Schlosses Mattsee durchgeführt wurde.

Wenn heute, über 50 Jahre nach seiner Gründung der Segelclub Mattsee mit seinen fast 300 Mitgliedern einer der größten Clubs in Österreich verdankt er das der unermüdlichen Arbeit seiner Funktionäre und Mitglieder über Jahrzehnte hinweg zu.

Auch auf sportlichem Gebiet waren die Clubmitglieder sehr erfolgreich. Insgesamt 23 Österr. Staats- und Klassenmeister sowie 48 Landesmeistertitel konnten die Segler des SCM bis zum Jahr 2004 erringen. Unter den Mitgliedern des befindet sich eine Weltmeisterin im Hochseesegeln und Seglerin des Jahres sowie ein Europameister in einer olympischen Klasse. Zahlreiche Mitglieder haben sich an Regatten im In- und Ausland erfolgreich beteiligt und dafür gesorgt, dass der SCM auch als Veranstalter von Regatten von Seglern aus ganz Europa gerne besucht wird. Die im Jahre 2001geimeinsam mit dem Salzburger Landessegelverband ins Leben gerufene Aktion Schule und Segeln bei der nicht nur der eigene Nachwuchs, sondern auch andere, am Segeln interessierte Jugendlich intensiv betreut und geschult werden, soll dafür sorgen, dass es auch in den nächsten 50 Jahren so bleibt.